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100 Jahre Lufthansa - etwas Geschichte

Die Lufthansa entstand nicht auf einen Schlag,  sondern in mehreren Schritten, die mit der Geschichte der deutschen Luftfahrt  nach dem Ersten Weltkrieg verbunden sind:                

Vorgeschichte (1920er Jahre)

Nach dem Ersten Weltkrieg war Deutschland durch den Versailler Vertrag in der Luftfahrt stark eingeschränkt. 1923 gründeten deutsche Unternehmer die Deutsche Aero Lloyd (DAL).  

1924 wurde die Junkers Luftverkehr AG (LU) aufgebaut. Beide Gesellschaften betrieben Linienflüge innerhalb Deutschlands und ins Ausland.  

 Gründung der „ersten“ Lufthansa (1926) Am 6. Januar  1926 fusionierten DAL und LU zur Deutschen Luft Hansa AG in Berlin. Die Schreibweise „Luft Hansa“ wurde bewusst mit  Leerzeichen gewählt, um den Namen „Hansa“ (eine Anspielung auf die Hanse)  hervorzuheben.

Ein interessanter Hörfunk-Beitrag
https://www.ndr.de/nachrichten/info/der-stichtag-100-jahrestag-gruendung-der-luft-hansa-ag,audio-378512.html


Das Logo mit dem stilisierten Kranich wurde bereits  damals eingeführt (von dem Grafiker Otto Firle).


Zeit des Zweiten Weltkriegs (1930er–1945)

  In den 1930er Jahren war die Lufthansa eng mit dem  NS-Regime verflochten, baute Strecken in Europa, Afrika, Südamerika und Asien  aus.
1945, nach der Niederlage Deutschlands, stellte die Lufthansa den Betrieb ein und wurde aufgelöst.


Die Geschichte nach 1945

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Deutsche Lufthansa aufgrund ihrer Verstrickungen mit dem NS-Regime von den Alliierten aufgelöst und 1951 liquidiert. Sie galt als Teil der Luftwaffe und war in Kriegsverbrechen involviert. Das Unternehmen wurde formal abgewickelt, und es bestand keine rechtliche Verbindung zur späteren Lufthansa.

1953 wurde in Köln die „Deutsche Lufthansa GmbH“ gegründet, die vollständig in staatlichem Besitz war Die Gesellschaft firmierte bald darauf in „Deutsche Lufthansa AG“ um.

Im Jahr 1954/55 gründete die DDR offiziell eine eigene „Deutsche Lufthansa“. Ziel: die Wiederaufnahme des zivilen Luftverkehrs im Osten und die Nutzung der Marke „Lufthansa“ (die rechtlich noch nicht in der DDR verboten war).

Die Gesellschaft nahm 1955/1956 den Betrieb auf. Flüge wurden ab mehreren DDR-Flughäfen durchgeführt, u. a. Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) und Leipzig. Zum Einsatz kamen kleine Propellerflugzeuge wie Antonow An-2 für regionale Verbindungen (Leipzig, Berlin) und einige innerdeutsche Linien.

Die DDR-Lufthansa hatte Konflikte mit der westdeutschen Lufthansa, die die Markenrechte geltend machte. Die westdeutsche Lufthansa konnte die DDR nicht akzeptieren; rechtlich und politisch war der Name „Lufthansa“ für Westdeutschland geschützt.

Deshalb wurde die DDR-Lufthansa 1963 aufgelöst. Die Aufgaben übernahm danach Interflug, die Fluggesellschaft der DDR, die alle zivilen Linienflüge abdeckte.

Schon zwei Jahre später nutzten insgesamt rund 21.000 Passagiere den Flughafen und machten einen sofortigen Ausbau erforderlich. Doch die beengten Platzverhältnisse der Landebahnen stellten ein unlösbares Problem dar.

Am 31. Oktober 1962 wurde der Linienflugbetrieb abermals eingestellt, diesmal endgültig.

Der Flughafen Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) wurde für den zivilen Flugverkehr am 31. Oktober 1962 geschlossen. Der letzte Linienflug der DDR-Lufthansa fand an diesem Tag unter der Flugnummer DH 209 nach Berlin statt.

Der Flughafen wurde danach zeitweilig durch die Gesellschaft für Sport und Technik genutzt. Die Umnutzung für den Wohnungsbau begann in den späten 1960er Jahren, erste Wohnblöcke wurden in den 1970er Jahren gebaut.

Bildquellen und Informationen:  Sammlung Chemnitzer Hobbyhistoriker