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Zur Geschichte des Flughafens

Der Flughafen in Chemnitz (die Stadt trug von 1953 bis 1990 den Namen Karl-Marx-Stadt) hat eine wechselvolle Geschichte. Chemnitzer  Funkamateure nehmen die Erinnerung an die Flughafengründung vor 100  Jahren für eine Amateurfunk-Diplomaktion mit der Bezeichnung „100CHE“  im Mai 2026 zum Anlass.

Bildquelle: Sammlung Chemnitzer Hobbyhistorike

Nach Gründung der Chemnitzer Flughafen-Gesellschaft 1925 und Errichtung eines repräsentativen Empfangsgebäudes mit dem  Restaurant „IKARUS“ starteten ab dem 2. Mai 1926 im Beisein zahlreicher  begeisterter Chemnitzer Zuschauer die ersten Flüge. Zum Einsatz kamen  Maschinen der Typen Fokker F.III , Focke-Wulf A 17a, Junkers F13bi,  Junkers F24, Messerschmidt A18 bzw. später auch zeitweise die legendäre  „Tante Ju52“.

Es wurden die Städte Leipzig, Dresden, Nürnberg, Bremen und Prag wie  auch zeitweise die Kurorte Karlsbad und Marienbad angeflogen. Neben der  „Luft Hansa“ nutzte auch die  „Deutsche Verkehrsflug“ den Flugplatz für  Zubringerflüge zu anderen Destinationen.

Zu bestimmten Ereignissen landeten auf dem Flugplatz u.a. auch das Luftschiff LZ 127 „Graf Zeppelin“ oder das Großflugzeug G38. Flugschauen oder Flugtage waren ich Chemnitz stets gut besuchte Großveranstaltungen.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Flugplatz ab 1952 bis 1957 von der Gesellschaft für Sport und Technik genutzt. Speziell an den Wochenenden wurden mit einer Motorwinde Segelflugzeuge unter der Bewunderung der Zuschauer in die Luft gebracht.

Bildquelle: Sammlung Chemnitzer Hobbyhistoriker

Am 1. Mai 1958 wurde der Flugplatz für den zivilen Flugverkehr  wiedereröffnet. Es gab Linienflüge der "Deutschen Lufthansa" (DDR)  die später als "Interflug" firmierte mit einem Doppeldecker AN 2 nach  Berlin, Dresden, Erfurt und spezielle Verbindungen nach Leipzig (Messe)  und an die Ostsee nach Barth.

Bildquelle: Sammlung Chemnitzer Hobbyhistoriker

Speziell die kurze Start- und Landebahn verhinderten jedoch einen wirtschaftlich sinnvollen Weiterbetrieb oder Ausbau des  Flughafens.  Ende 1962 wurde der Flugbetrieb eingestellt und das Gelände wieder an die GST für Motorkunstflug und Fallschirmsport übergeben.  Hier fanden mehrere Großveranstaltungen statt, die tausende Besucher  anlockten.

Bildquelle: Sammlung Chemnitzer Hobbyhistoriker

Die Geschichte des alten Chemnitzer Flugplatzes endete ab den 1970er  Jahren durch Beschluss zum Aufbau eines großen Neubaugebietes.

Übriggeblieben ist lediglich das historische Empfangsgebäude, umgeben von mehrgeschossigen Wohnhäusern und Supermärkten.

Bildquelle: GoogleMaps

Bildquelle: Chemnitzer Geschichtsverein

Die Empfangshalle des ehemaligen Flughafens  ist für eine kurze Zeit, am 2. Mai (Einweihung vor 100  Jahren am 2. Mai 1926) geöffnet und man kann vor Ort eine Ausstellung des Chemnitzer Geschichtsverein besuchen: https://chemnitzer-geschichtsverein.de/ausstellung-100-jahre-flughafen-chemnitz/.