Kilo Mike Sierra 380
Die Navigation für die Piloten der Lufthansa/Interflug war in den 1960er Jahren natürlich nicht zu vergleichen mit den heutigen Navigationssystemen.
Auf dem Flughafen war ein sogenanntes ungerichtetes Funkfeuer (NDB – Non-Directional Beacon) im Einsatz, welches der Orientierung diente. Es gibt nur wenige Informationen dazu:
DDR-NDB = System aus RFT-/Funkwerk-Komponenten + sowjetischer Einfluss
- Sendertechnik aus VEB Funkwerk Köpenick
- Steuer-/Elektronik aus RFT/Robotron-Umfeld
- oft lokaler Integration vor Ort
- Geeignet für LF/MF-Bereich (190–435 kHz)
Interessant sind die Hinweise zur Antenne
- Vertikaler Monopolstrahler
- Es ist eine T-Antenne, ein vertikaler Strahler mit großer Dachkapazität. 15–25 m hoch
- Das ganze ist zwischen 2 Masten aufgehängt.
- Direkt über einem Radialsystem (Metallstäbe oder Leitungen am Boden)
- Strahlt das Signal omnidirektional ab (ungerichtet → NDB)
Auf dem Bild sind Teile der Antennenanlage zu sehen.
Die Morse-Kennung des Funkfeuers war „KMS“ (für Kilo Mike Sierra)
auf 380 kHz.
Es war das letzte "Lebenszeichen" des Flugplatzes bis Ende der 1980er Jahre!
Aus diesem Anlass wurde die Kombination aus der Kennung und der Frequenz
KMS380
als Sonder-DOK für dieses zeitlich begrenzte Aktion erstellt.
